Ein Leitfaden zum Urheberrecht und Fair Use von Bildern

Eva Mohyrova
Eva Mohyrova
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Wie können Sie sichergehen, gegen kein Urheberrecht zu verstoßen, wenn Sie Bilder in Ihrem Blog nutzen? Indem Sie etwas über das Urheberrecht und Fair Use lernen! In diesem Artikel vermitteln wir Ihnen die Grundlagen zu diesem Thema und stellen Ihnen eine Liste mit Webseiten für Bilder zur Verfügung, die Sie sicher und legal nutzen können.
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Tatsächlich profitieren die meisten Arten von Inhalten von Bildern. Bilder untermauern in den Artikeln aufgestellte Behauptungen, erleichtern das Überfliegen und verbessern sogar die Suchmaschinenoptimierung (SEO). Mit der falschen Verwendung von Bildern können Sie sich jedoch schnell Ärger einhandeln, wenn Sie nicht auf die Urheberrechte achten.

Wahrscheinlich wissen Sie bereits, dass Sie nicht einfach irgendein im Internet gefundenes Bild auf Ihrer Website, in Ihrem Blog-Beitrag usw. verwenden dürfen. Das Kleingedruckte macht alles jedoch noch etwas komplizierter. Reicht es aus, dem Bild eine Zuordnung hinzuzufügen? Wo findet man Bilder, die man frei verwenden kann? Was bedeutet die „Creative Commons“-Lizenz genau?

In diesem Artikel erklären wir Ihnen, wie Urheberrechtsgesetze funktionieren und wie Sie Bilder legal verwenden können. Zuallererst lassen Sie uns jedoch mit einer grundlegenden Frage beginnen – was bedeutet eigentlich Urheberrecht?

 

DAS EINMALEINS DES URHEBERRECHTS

Das Urheberrecht ist „eine Form des geistigen Eigentums, die dem Schöpfer eines Originalwerkes ein ausschließliches Recht einräumt, zu bestimmen, ob und unter welchen Bedingungen das Originalwerk von anderen kopiert und verwendet werden darf – normalerweise für eine begrenzte Laufzeit von Jahren“. Einfach gesagt dient das Urheberrecht dazu, den Urheber davor zu schützen, dass seine Arbeit gestohlen, verteilt noch illegal verkauft wird – und falls doch, dass die betreffenden Personen zur Verantwortung gezogen werden können.

Das Urheberrecht tritt automatisch in Kraft, sobald eine bestimmte Idee in materieller Form umgesetzt wird: schriftlich, aufgezeichnet, gestaltet, aufgenommen usw. Es gilt ebenso für veröffentlichte, unveröffentlichte und elektronische Materialien. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Dauer des Urheberrechts nach Veröffentlichung des Materials von der Art des Werkes oder Themas/Inhalts abhängt. Im Falle von unveröffentlichtem Material bleibt das Urheberrecht jedoch entweder auf unbestimmte Zeit bestehen oder bis das Material veröffentlicht wird.

 

URHEBERSCHUTZRECHTE

Wie genau schützt das Urheberrecht nun die Urheber? Hauptsächlich, indem man ihnen die völlige Kontrolle über die Verwendung und Verteilung ihres Werkes zuspricht.

Laut dem „Legal Information Institute“ hat der Urheber eines Originalwerks die folgenden Rechte:

  • Sein urheberrechtlich geschütztes Werk zu reproduzieren
  • Weiterentwicklungen des Werkes zu erstellen, die darauf aufbauen
  • Kopien des Werkes der Öffentlichkeit zugänglich zu machen
  • Die Arbeit öffentlich aus-/durchzuführen (einschließlich des Mittels einer digitalen Audioübertragung)
  • Das Werk öffentlich zu präsentieren

Was genau bedeutet das für Personen, die urheberrechtlich geschützte Bilder verwenden wollen?

 

Ein Leitfaden zum Urheberrecht und Fair Use von Bildern

 

WIE MAN URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZTE BILDER VERWENDET

Falls Sie in einem Artikel urheberrechtlich geschützte Bilder verwenden wollen, benötigen Sie eine schriftliche Erlaubnis des Urhebers des Bildes (und wahrscheinlich müssen Sie für die Verwendung des Bildes eine gewisse Gebühr entrichten). Sobald Sie die Genehmigung haben, werden Sie vom Urheber des Bildes Instruktionen zur Bildverwendung erhalten. Normalerweise finden Sie diese Informationen auch in den Nutzungsbedingungen auf der Webseite des Urhebers des Bildes. Lesen Sie diese auf jeden Fall sorgfältig durch und achten Sie darauf, dass Sie die Nutzungsbedingungen einhalten.

Manchmal reicht es aus, wenn Sie eine Zuordnung machen oder bestätigen, dass Sie nicht der Urheber des jeweiligen Bildes sind, um die eigentliche Urheberschaft des Bildes auszuweisen. Sie sollten jedoch beachten, dass das nur funktioniert, wenn Sie die bestätigte Genehmigung des Urhebers besitzen und gemäß dessen Richtlinien handeln.

Wenn Sie eine Zuordnung vornehmen, ohne zuvor den Urheber gefragt zu haben, wird Sie dies nicht vor einer Urheberrechtsverletzung schützen. Sollte der Urheber des Bildes herausfinden, dass Sie sein Werk ohne seine ausdrückliche Erlaubnis verwenden, haben Sie ein Problem – es sei denn Sie haben das Recht des Fair Use, um ihre Handlung damit abzusichern.

 

WELCHE STRAFEN GIBT ES BEI URHEBERRECHTSVERLETZUNGEN?

In aller Regel hängen die Strafen weitgehend vom Fall und der jeweiligen Gerichtsbarkeit ab. Auch wenn jede Situation einzigartig ist, können wir davon ausgehen, was zu erwarten sein wird, wenn wir uns die allgemeinen rechtlichen Strafen ansehen.

Solche Strafen unterscheiden sich abhängig von den Umständen der Verwendung. Wenn man beispielsweise ein urheberrechtlich geschütztes Bild nur ohne Erlaubnis des Eigentümers verwendet und für schuldig befunden wird, können einem Schadenersatz und die Anwaltskosten auferlegt werden. Verwendet jemand jedoch ein Bild, um sich dadurch finanziell zu bereichern, drohen weitere Strafen und bis zu fünf Jahre Gefängnis.

TheContentFactory schrieb über den Fehler, den sie beim Verfassen eines Beitrags für die Website eines Kunden gemacht haben. Der Autor des Beitrags hat den Urheber des Bildes nicht um Erlaubnis gebeten, sein Foto in einem Blog verwenden zu dürfen. Dieser Fehler kostete die Firma fast 8.000 USD: Sie schafften es dennoch, einen Vergleich auszuhandeln und zahlten 3.000 USD. Dies ist jedoch noch immer ein enormer Preis, den sie zu zahlen hatten!

Sollten Sie sich bereits unwohl fühlen, gibt es keinen Grund dazu! Derartige Fehler können vermieden werden. Auch wenn Sie normalerweise die Erlaubnis des Urhebers benötigen, um ein bestimmtes Bild zu verwenden, gibt es auch andere Möglichkeiten, Bilder legal zu verwenden.

 

WIE SIE BILDER LEGAL VERWENDEN

Den Urheber um Erlaubnis zu bitten, seine Bilder verwenden zu dürfen ist im Allgemeinen eine tolle und sichere Option. Diese Option ist jedoch äußerst schwierig umzusetzen, wenn Unternehmen täglich hunderte Bilder verwenden. Nun, was können Sie in einem solchen Fall tun (oder in ähnlichen Fällen, die es schwierig machen, den Urheber um Erlaubnis zu bitten)?

Die einfachste Option wäre, die Bilder selber zu machen: Schießen Sie Fotos, erstellen Sie Ihre eigenen Illustrationen, gestalten Sie Bilder mithilfe von Programmen wie Photoshop, Canva usw. Einerseits ist dies großartig; Sie können genau die richtigen Bilder erstellen, um den Inhalt Ihres Blog-Beitrags zu ergänzen. Andererseits ist diese Option recht kostspielig, da sie jemanden damit beauftragen müssen, der diesen Job erledigt. Große Unternehmen können sich das normalerweise leisten, aber für kleinere Firmen ist es möglicherweise keine Option.

Eine weitere Möglichkeit ist die Nutzung der richtigen Webseiten! Manche erlauben es Ihnen, ihre Bilder gegen eine Gebühr zu verwenden. Andere Seiten wiederum sind mit Bildern überfüllt, die kostenlos legal genutzt werden können.

Selbst in diesem Fall müssen Sie jedoch auf die jeweilige Beschreibung und den Haftungsausschluss der Bilder achten.

 

REDAKTIONELLE UND KOMMERZIELLE VERWENDUNG

Wenn Sie sogenannte „Bilddatenbanken“ (Internetseiten mit einem Bestand an Bildern) durchsuchen, könnten Sie auf Hinweise wie „Nur für redaktionelle Zwecke“ stoßen. Was bedeutet das genau für Sie und Ihr Unternehmen?

Editorial use only

Laut Shutterstock handelt es sich bei Bildern, die als „Nur für redaktionelle Zwecke“ gekennzeichnet sind, um Bilder, die nicht für den kommerziellen Gebrauch freigegeben wurden und auch ohne die Zustimmung der auf dem Foto abgebildeten Personen aufgenommen wurden“. Das bedeutet, dass Sie solche Bilder in einzelnen Blog-Beiträgen, Tageszeitungen, Artikeln, Nachrichtensendungen und anderen, nichtkommerziellen Anwendungen einbinden können.

Das Schlüsselwort hier lautet „Nichtkommerziell“. Sie können solche Bilder verwenden, um die Wirksamkeit einer bestimmten Geschichte zu verbessern. Sie dürfen sie jedoch nicht verwenden, um damit etwas zu verkaufen. Wenn beispielsweise ein Foto, das nur für redaktionelle Zwecke zugelassen ist, zur Gestaltung des Layouts eines Unternehmens-Blogs verwendet wird, könnte dies als Urheberrechtsverletzung angesehen werden.

Bilder, die als „Model Released“ (Modelvertrag) gekennzeichnet sind, weisen eindeutig erkennbare Gesichter auf. Das bedeutet, dass die Personen auf dem Bild ein Formular zur Freigabe unterzeichnet haben, wodurch diese Bilder für jegliche Zwecke, darunter auch kommerzielle, verwendet werden können, solange man sich an die Lizenzvereinbarungen hält.

Signed model release

Dasselbe gilt auch für Bilder, die mit „Kommerzielle Verwendung“ gekennzeichnet sind.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie ein bestimmtes Bild für einen bestimmten Zweck verwenden sollten oder nicht, sollten Sie es in Betracht ziehen, Ihren eigenen Rechtsberater zu konsultieren. Er kann Ihnen dabei helfen, Ihre Zeit, Ihr Geld und Ihren Ruf vor unnötigen Problemen zu schützen.

Nachdem Sie nun über die verschiedenen Spezifika zur Verwendung von Bildern Bescheid wissen, können Sie Ihre Suche nach dem passenden Bild beginnen. Es folgen ein paar der bekanntesten kostenpflichtigen und auch kostenlosen Bilddatenbanken.

 

Die Grundlagen von Copyright und Fair Use von Bildern

 

KOSTENPFLICHTIGE BILDDATENBANKEN

Selbst kostenpflichtige Bilddatenbanken bieten manchmal kostenlosen Inhalt an. Der Großteil der Bilder (und die besten noch dazu) haben jedoch ihren Preis. Und obwohl Sie eine gewissee Gebühr entrichten müssen, bekommen Sie im Gegenzug dazu tolle Bilder. Die Auswahl ist schier unbegrenzt: Sie müssen sich nicht mehr durch ganze Seiten mit Bildern scrollen, die Sie bereits in anderen Blogs gesehen haben.

Die besten kostenpflichtigen Bilddatenbanken sind:

 

KOSTENLOSE BILDDATENBANKEN

Kostenlose Bilddatenbanken erlauben Ihnen, alle Bilder gratis zu verwenden. Die Nutzungsbedingungen unterscheiden sich jedoch zumeist von Bild zu Bild. Genauso wie bei kostenpflichtigen Bilddatenbanken auch, sind die jeweiligen Nutzungsrechte zu beachten. Manche Bilder erfordern möglicherweise eine Zuordnung, wohingegen andere nur für persönliche Zwecke verwendet werden dürfen.

Trotzdem sind kostenlose Bilderseiten eine großartige Quelle für Bilder, wenn Sie Ihre Inhalte visuell untermalen möchten. Sicher, Sie können über andere Blogs stolpern, auf denen Sie dieselben Bilder finden, die auch Sie verwenden, aber für kleinere Firmen, Start-up-Unternehmen und persönliche Blogs bewirken selbst irgendwelche Bilder für ihre Inhalte mehr Nutzen als Schaden.

Die besten kostenlosen Bilddatenbanken sind:

 

CC-SUCHE

Zu guter Letzt sollten Sie auch einmal die Creative-Commons-Suche ausprobieren. Diese durchsucht eine Vielzahl von Webseiten nach Bildern mit der Creative-Commons-Lizenz, sodass Sie diese Bilder verwenden können, ohne direkt nach der Erlaubnis des Urhebers fragen zu müssen (natürlich nur sofern Sie die Lizenzbestimmungen einhalten).

CC-Lizenzen unterscheiden sich durch ihre Bedingungen, daher sollten Sie jedes Bild doppelt überprüfen, bevor Sie es verwenden. Im Vergleich zu einer CC BY erfordert eine CC0-Lizenz beispielsweise keine Zuordnung. CC BY-NC-ND ist wahrscheinlich am restriktivsten; sie erfordert eine Zuordnung und verbietet es Ihnen, eine Änderung an dem Bild vorzunehmen oder es für kommerzielle Zwecke zu verwenden.

Im Allgemeinen ist das Thema rund um Bildrechte und Fair Use komplex. Eine gewisse Sorgfalt in diesem Bereich kann Ihnen jedoch viel Geld und Stress ersparen und zugleich die Rechte des Urhebers respektieren und schützen.