Gesten, die beleidigen können

Grant Robinson
Grant Robinson
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Gesten sind ein wesentlicher Bestandteil der Kommunikation, ihre Bedeutung kann jedoch von Land zu Land variieren. Diese sechs Gesten können, je nachdem, wo Sie sich befinden, bei Ihrem Gegenüber entweder ein Lächeln auslösen oder zu einem Stirnrunzeln führen.
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6 GESTEN, DIE ALS BELEIDIGUNG AUFGEFASST WERDEN KÖNNEN

Bevor es das gesprochene Wort gab, setze sich Sprache aus Onomatopöien (Lautmalerei), dem Gesichtsausdruck, der Körpersprache und Handgesten zusammen.

Ebenso wie sich Hunderte von Landessprachen unabhängig voneinander entwickelt haben, um sich später in die heutigen Sprachen zu verwandeln, gilt dies auch für die Handgesten. Diese sind weltweit genauso vielfältig wie das gesprochene Wort selbst. Viele Handgesten sind nicht international, weshalb es ganz leicht passieren kann, dass Sie jemanden beleidigen, falls Sie Ihre Wörter mit Gesten unterstreichen, die in Ihrem Heimatland völlig harmlos sind, in einem fremden Land aber Stirnrunzeln auslösen oder sogar als schwere Beleidigung empfunden werden.

In jeder Kultur der Welt wird eine bedeutende Menge an Informationen nonverbal kommuniziert. Dabei verleihen Körpersprache, Mimik und Gestik der verbalen Kommunikation eine wesentliche zusätzliche Nuance. Diese Nuance kann jedoch, abhängig davon, um welches Land und welchen kulturellen Hintergrund es sich handelt, negativ aufgefasst werden. Die 6 Handgesten, die wir Ihnen jetzt vorstellen werden, haben in unterschiedlichen Regionen der Welt ganz unterschiedliche Bedeutungen.

 

In jeder Kultur der Welt wird eine bedeutende Menge an Informationen nonverbal kommuniziert.

 

1. WENN OKAY EBEN GERADE ALLES ANDERE ALS OKAY IST

Die „Okay“-Geste – Daumen und Zeigefinger bilden gemeinsam ein „O“ – ist im Westen allgegenwärtig und harmlos. Ganz anders verhält es sich allerdings in Griechenland, Brasilien und einer Reihe weiterer lateinamerikanischer Länder, in denen diese Geste genutzt wird, um jemanden als A****loch zu bezeichnen. Und in der Türkei wird das „O“ verwendet, um die Mitglieder der LGBTQ-Community zu verunglimpfen. In Japan wiederum steht dieselbe Geste für Geld, während man in Frankreich und Tunesien damit ausdrückt, dass man eine Person für eine Null hält.

 

2. STEHT V IMMER FÜR VICTORY?

Manchmal ja und manchmal nein – das hängt ganz davon ab, wo Sie sich befinden und in welche Richtung Ihre Handfläche zeigt.

Das V-Zeichen – mit der Handfläche nach vorne zeigend – ist das klassische Friedenszeichen, das man seit den 60er Jahren auf der ganzen Welt kennt. Berühmtheit erlangte diese Geste auch durch Winston Churchill, der sie während des Zweiten Weltkriegs verwendete, um den Sieg (englisch: Victory) zu symbolisieren, und sie stellt auch eine gängige Möglichkeit dar, um die Zahl 2 zu kommunizieren. In Japan, China und Korea zeigt man V-Zeichen auf Fotos, anstatt zu lächeln, und in Vietnam bedeutet es „Hallo“.

Wenn Sie die Handfläche jedoch in Richtung Körper drehen und das V-Zeichen zeigen, insbesondere gekoppelt mit einer Aufwärtsbewegung, werden Sie sich in Australien, Neuseeland, Großbritannien oder Südafrika keine Freunde machen. Dort handelt es sich nämlich um eine altmodische Art auszudrücken, was in moderner Zeit der digitus impudicus oder Stinkefinger bedeutet.

 

3. IST DER DAUMEN NACH OBEN FALSCH?

Wenn jemand die „Daumen-hoch“-Geste zeigt, wird dies allgemein positiv aufgenommen – es sei denn, man befindet sich in manchen Regionen Griechenlands oder des Nahen Ostens. Dort bedeutet der erhobene Daumen nämlich nicht „Alles klar“ oder „Machen wir so“, sondern etwas anderes – ähnlich dem Zeigen des Mittelfingers.

 

Falls Sie jemanden mit Ihren Fingern gestisch auffordern, zu Ihnen zu kommen, können Sie dafür auf den Philippinen verhaftet werden.

 

4. KOMM HER

Falls Sie jemanden mit Ihren Fingern gestisch auffordern, zu Ihnen zu kommen, können Sie dafür auf den Philippinen verhaftet werden, denn dort sind solche Gesten ausschließlich für das Herbeirufen von Hunden reserviert. Sich auf diese Art und Weise an einen Menschen zu wenden kann von diesem so aufgefasst werden, dass Sie ihn wie einen Hund behandeln.

 

5. ABER ICH HATTE DOCH MEINE FINGER GEKREUZT!

In vielen Ländern ist es durchaus üblich, in der Hoffnung, dass es Glück bringt (oder beim Lügen), die Finger zu kreuzen. In Vietnam allerdings können Sie sich durchaus Probleme einhandeln – das Kreuzen der Finger entspricht dort nämlich dem beleidigenden Wort, das sich auf Glotze reimt.

 

6. WAS ZU ZEIGEN WAR

In vielen Kulturen gilt es als unhöflich, mit dem Finger zu zeigen. Tatsächlich ist es in den meisten Kulturen verpönt auf Menschen zu zeigen. Dies wird als Akt der Aggression empfunden, bei dem eine dominante Person einen Untergebenen herausgreift oder ein Mensch innerhalb einer Gruppe isoliert wird. Es gibt viele Kulturen auf der ganzen Welt, in denen das Zeigen auf beliebige Dinge als unhöflich angesehen wird und man stattdessen eine offene Handbewegung oder ein Kopfnicken bevorzugt. An Standorten außerhalb der USA weist Disneyland seine Mitarbeiter an, Anweisungen mit zwei oder mehr Fingern oder sogar mit einer offenen Handfläche zu erteilen.

 

Wenn Sie das nächste Mal geschäftlich unterwegs sind oder zum Vergnügen reisen, denken Sie daran, dass die Art und Weise, wie Sie zu Hause gestikulieren, im Ausland möglicherweise nicht so gut ankommt. Letztendlich können Sie nur wirklich in eine andere Kultur eintauchen, wenn Sie sich darum bemühen, sich nicht anstößig zu verhalten. Auf diese Weise wirken Sie eher wie ein erfahrener Einheimischer und nicht wie ein uneingeweihter Tourist.