5 inspirierende TED-Vorträge über Design

Eva Mohyrova
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TED-Vorträge sind lehrreich und inspirierend. Sie müssen kein Branchenexperte sein, um diese Reden zu genießen, aber sie können auch Experten inspirieren. Vor einiger Zeit haben wir 5 erstaunliche TED-Vorträge über Sprache vorgestellt und jetzt sind die Designer an der Reihe. In diesem Artikel geht es um 5 ergreifenden Design-Vorträge.

Jede kreative Person, Designer eingeschlossen, könnte von Zeit zu Zeit etwas zusätzliche Inspiration benötigen. Tatsächlich ist Inspiration oft entscheidend für Produktivität, Kreativität und Wachstum eines Menschen. Glücklicherweise ist Inspiration heutzutage nicht sehr schwer zu bekommen. Im Februar 1984 gründete eine Gruppe von Innovatoren unter dem Motto „Ideas worth spreading“ eine Konferenz namens TED. Seit 1990 findet die Konferenz jährlich statt und mittlerweile ist TED wahrscheinlich die einflussreichste und inspirierendste Veranstaltung ihrer Art, die in vielen Ländern der Welt abgehalten wird und in mehr als 100 Sprachen übersetzt wurde. Vielleicht haben Sie in einem unserer letzten Blogbeitrag einige tolle Beispiele von TED-Vorträgen über Sprache kennengelernt. Heute wollen wir wieder zum TED-Thema zurückkehren; diesmal mit dem Fokus auf bemerkenswerte Vorträge zum Thema Design.
 

 

1: HOW GIANT WEBSITES DESIGN FOR YOU (AND A BILLION OTHERS, TOO) VON MARGARET GOULD STEWART

Margaret Gould Stewart ist die Leiterin des Produktdesigns von Facebook – sie weiß also definitiv einiges, wenn es um Design für ein großes Publikum geht. In ihrem TED-Vortrag führt sie dieses Thema weiter aus. Laut Stewart ist Design im großen Maßstab aus vielen Gründen schwierig, aber die größte Herausforderung besteht darin, dass Designer sich zwei Eigenschaften erhalten müssen – Kühnheit und Demut.
Man braucht Kühnheit, um daran zu glauben, dass das, was man macht, etwas ist, das die ganze Welt will und braucht. Und Demut, um zu verstehen, dass es beim Designen nicht um den Designer selbst und sein Portfolio geht, sondern um die Leute, für die man designt und darum, wie die eigene Arbeit ihnen helfen könnte, ein besseres Leben zu führen, sagt Stewart. Sie stellt einige erstaunliche Beispiele dafür vor, wie Facebook-Designer Veränderungen und Innovationen angehen und verrät auch einige interessante Geheimnisse über das Designen für ein großes Publikum. Diese Tipps werden wir hier jedoch nicht teilen – Sie müssen sich das Video schon selbst ansehen, um mehr zu erfahren!
 

 
 

2: HOW BEAUTY FEELS VON RICHARD SEYMOUR

Designer wollen etwas erschaffen, das einen bleibenden Eindruck hinterlässt und Menschen in der beabsichtigten Art und Weise berührt. Aber ist das überhaupt möglich? Richard Seymour wundert sich in seinem TED-Vortrag über diese Frage. Er glaubt fest daran, dass Menschen in der Lage sind, Schönheit zu fühlen, und dass ihre Gefühle je nach ihren persönlichen Vorlieben und früheren Erfahrungen unterschiedlich ausfallen werden. Wenn zum Beispiel Menschen eine einfache Blumenzeichnung sehen, reagieren sie möglicherweise überhaupt nicht darauf.
 
Richard Seymour wundert sich in seinem TED-Vortrag über diese Frage.
 
Würde man ihnen jedoch sagen, dass es sich bei dieser Zeichnung um den letzten Akt eines kleinen Mädchens namens Heidi handelt, bevor es an Knochenkrebs starb, würden sie definitiv etwas fühlen – und dies besonders intensiv. Seymour erklärt, dass das Hinzufügen ausgewählter Informationen zur visuellen Wahrnehmung zu bestimmten emotionalen Reaktionen führen kann; das ist jedoch nicht immer machbar. In den meisten Fällen werden Menschen von ihrem ersten Eindruck getrieben und von dem, was sie in diesem Moment fühlen. Daher ist es wichtig zu verstehen, wie Menschen auf bestimmte Reize reagieren, wenn es darum geht, Güter für sie zu entwerfen.
 

 
 

3: THE FIRST SECRET OF DESIGN IS… NOTICING VON TONY FADELL

Tony Fadell ist der Konzept-Schöpfer und Designer des iPods. Nachdem er jahrelang in der Produktentwicklung gearbeitet hatte, bemerkte er, dass Menschen anfangs mit großen Innovationen kämpfen, sich aber schnell daran gewöhnen. In seinem TED-Vortrag verwendet Fadell das Autofahren als Beispiel. Viele Fahranfänger fühlen sich die ersten Male überfordert, wenn sie am Steuer sitzen. Sie sind dann vielleicht noch nicht einmal dazu in der Lage, zu reden oder Musik zu hören, weil es sie davon abhält, die Verkehrszeichen, andere Verkehrsteilnehmer und was damit noch so zusammenhängt zu beachten.
Mit der Zeit wird das Fahren für sie jedoch zur zweiten Natur. Nach einiger Zeit können sie sich problemlos unterhalten oder Musik hören, weil der Prozess zur Gewohnheit geworden ist. Während dies definitiv gut für unser tägliches Funktionieren ist, könnte dies nachteilig (oder sogar ganz schlecht) sein, wenn es um Produktdesign geht. Wenn wir uns an etwas gewöhnen, fangen wir an, diese Dinge für selbstverständlich zu halten und denken nicht mehr über Möglichkeiten nach, sie zu verbessern oder bestimmte Probleme zu lösen, die mit ihnen verknüpft sind. Wie können Sie das ändern? Fadell gibt einige wertvolle Tipps zu diesem Thema. Schauen Sie sich seine Präsentation an, um mehr zu erfahren.
 

 
 

4: 3 WAYS GOOD DESIGN MAKES YOU HAPPY VON DON NORMAN

Falls Sie sich für Produktdesign interessieren, haben Sie wahrscheinlich Don Normans Buch „The Design of Everyday Things“ gelesen. Es ist gut geschrieben und gibt denjenigen, die Dinge entwerfen, die das Leben der Menschen verbessern sollen, eine Reihe wertvoller Tipps.
 
In diesem TED-Vortrag konzentriert Norman sich auf die Emotionen, die Design auslöst.
 
In diesem TED-Vortrag konzentriert Norman sich auf die Emotionen, die Design auslöst. Er glaubt, dass es diesbezüglich drei Verarbeitungsstufen gibt. Da wäre zunächst die viszerale Ebene: die Emotionen, die wir fühlen, weil sie in unser Gehirn eingebaut sind. Wir mögen helle Farben, was eine Anpassung an unsere Biologie darstellt. Ebenso mögen wir symmetrische Gesichter (jedenfalls bis zu einem gewissen Grad), während wir Temperaturen, die entweder zu heiß oder zu kalt sind, unangenehm finden. Die zweite Ebene ist die Verhaltensebene. Wir mögen es, die Kontrolle zu haben: Wir mögen Dinge, die uns vertraut sind und wir leicht verstehen. Ein Design, das eine gute Benutzerfreundlichkeit besitzt, spricht definitiv unsere verhaltensbezogene Seite an.
Und dann ist da noch die dritte Ebene, die der Reflexion. Diese Ebene entstammt unserem Bewusstsein. Reflektierende Designs sprechen etwas in uns an, sei es unsere Vorstellung oder unsere Überzeugungen. Wir können teure Gegenstände kaufen, um auf uns aufmerksam zu machen oder zu beeindrucken; gleichzeitig können wir aber Produkte auch deshalb kaufen, weil uns zum Beispiel die Umwelt am Herzen liegt. Es hat oft wenig mit der Funktionalität des Produkts zu tun. Dies zu verstehen ist entscheidend für die Designerstellung. Damit Ihre Designs effektiv sind, müssen Sie wissen, welches Verarbeitungsniveau sie jeweils ansprechen.
 

 
 

5: DESIGNERS—THINK BIG! VON TIM BROWN

Worum geht es beim Design? Produkte zu erschaffen, die gut aussehen? Klar. Produkte zu entwerfen, die sich besser verkaufen? Genau. Produkte so zu konzipieren, dass sie einfacher anzuwenden sind? Auch das trifft natürlich zu. Für einige Designer, zu denen auch Tim Brown gehört, ist dies jedoch nicht mehr genug. In seinem TED-Vortrag erklärt Brown, dass das Designdenken heute mächtiger denn je sein kann. Unter Designdenken versteht man die Fähigkeit, gegensätzliche Ideen und gegensätzliche Zwänge zu nutzen, um neue Lösungen zu erschaffen, die im Falle des Designs erwünschte Eigenschaften mit Wirtschaftlichkeit und technischer Machbarkeit in Einklang bringen sollen.
Noch wichtiger ist allerdings, dass zeitgenössische Designer diese Balance bis zum absoluten Limit ausdehnen können, um leistungsstarke, langlebige Lösungen zu schaffen. Dies kann jedoch nur geschehen, wenn die Designer sich nicht in den kleinen Details verlieren, sondern sich wieder auf das große Ganze konzentrieren. Dies geschieht durch die Anwendung des Designdenkens auf neue Arten von Fragestellungen, wie sie zum Beispiel die Problembereiche globale Erwärmung, sauberes Wasser und Gesundheit darstellen. Der wichtigste Aspekt dabei besteht darin, dass immer mehr Designer so denken und versuchen, in einem größeren Maßstab zu arbeiten.
 

 
 

DESIGN BAUT DIE WELT AUF

Diese TED-Vorträge unterscheiden sich ziemlich von den üblichen Präsentationen, die Sie sonst so kennen, sind aber dennoch (oder gerade deshalb?) sehr überzeugend. Tatsächlich müssen Sie kein Designer sein, um sie interessant und nützlich zu finden. Also, wenn Sie Lust auf Design-Inspiration haben oder etwas Neues über Design im Allgemeinen lernen möchten, drücken Sie einfach auf „Play“ und hören Sie diesen fantastischen Rednern zu. Wir versprechen Ihnen, dass sie alle Ihre Zeit wert sind!